Die Sprache der Symbole auf jüdischen Grabsteinen
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Die geknickte Blume
oder der Baumstumpf sind auch im Judentum Symbole dafür, dass der
Verstorbene aus der Blüte seines Lebens gerissen wurde. |
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Das Buch zeichnet
den Verstorbenen als Schriftgelehrten aus, oft bei Rabbinern oder
Lehrern, auch bei Kantoren angewandt. |
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Der Davidsschild, früher
in verschiedenen Kulturen verwendet, wurde 1354 von der Prager Gemeinde
in ihr Wappen aufgenommen. Seit dem 19. Jahrhundert wird er zum Symbol
des Judentums und kennzeichnet viele Grabsteine. |
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Die segnenden Hände-
meist sind jeweils 2 Finger zusammengelegt - weisen darauf hin, dass der
hier Bestattete Nachkomme einer Priesterfamilie ist, vgl. 4. Mos.
6,22-26. Der Priester erteilte den Segen „Der Herr segne dich und behüte
dich ... ". Häufig weist auch der Familienname auf die Herkunft
aus der Priesterfamilie der biblischen Zeit hin, z. B. Cahn, Katz, Cohen
u. a. |
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Krug bzw. Kanne
(auch in Kombination mit einer Schüssel) weist den hier Bestatteten als
aus dem Stamm Levi abstammend aus. Die Leviten dienten in biblischer
Zeit im Tempel Jerusalems - ihr Symbol ist der Krug mit dem reinigenden
Wasser. Oft tragen die Nachkommen der Leviten Familiennamen wie Levi,
Lewin, Löwe, Löwental o. ä. |
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Zur Atom vgl. Sprüche
der Väter 4,17: „Drei Kronen können den Menschen zieren: die Krone
der Tora, des Priestertums, des Königstums, aber die des guten Namens
überragt alle drei". |
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Das Messer weist
darauf hin, da der hier Bestattete das Ehrenamt der Beschneidung in der
jüdischen Gemeinde hatte (Mohel). |
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Ein Sabbatleuchter
bzw. eine Hängelampe zeichnen die fromme Hausfrau aus; beides steht
aber auch bei Männern für den Bibelvers: „Eine Leuchte Gottes ist
die Seele des Menschen" (Sprüche 20,27). |
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Der Schmetterling
gilt als Zeichen des flüchtigen Lebens, symbolisiert aber auch die
Unvergänglichkeit der Verwandlung zum Trotz. |
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Schofarhorn zeigt
an, dass der hier Bestattete an hohen Festtagen in der Synagoge das
Schofar geblasen hat. Dies war zum einen eine schwierige Aufgabe,
zugleich aber eine hohe Auszeichnung |
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Die beiden schnäbelnden
Tauben gelten als Zeichen inniger Liebe. |
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Tiere
versinnbildlichen oft den Familiennamen; z. B. Hirsch = Zwi oder Löwe =
Arie, Loeb; Löwe ist aber auch das Sinnbild des Stammes Juda. |
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Der Weinstock oder
die Weinrebe ist ein Zeichen des erfolgreichen Wirkens des hier
Bestatteten. |